1 Aug 2009
Traumtag im Karwendel (Eng – Falkenhütte – Mahnkopf – durchs Laliderer Tal zurück zum Bus)
Samstag, den 01.08.2009; 05:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Und ich stehe auf und freu mich auch noch!? Total krank, aber gut.
Aus dem Haus um 05:50 um pünktlich um 06:30 am Treffpunkt Gleiskopf BOB am Münchner Hauptbahnhof zu sein. Kathrin, die mich heute begleitet, treffe ich aber schon in der U-Bahn.
06:42 Abfahrt mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries.
07:50 Weiter geht’s mit dem Bus Richtung Eng. Der Busfahrer an sich hat soviel Unterhaltungswert, dass es die 10 Euro für eine Rückfahrtkarte wert ist. Dialog in etwa so:
Fahrgast: „Mit unserem Bayernticket fahren wir noch bis Vorderriss, ab dann brauchen wir eine Rückfahrkarte Vorderriss – Eng“
Busfahrer: „ja mei dann kaufts halt glei in Minga eia Ticket vo Minga bis zur Eng“
Fahrgast: „das ist aber teurer“
B: „So vui deuarna ko des ja gar ned sei, jetza müass ma da ois macha und valiern zeit“
F: „es ist schon teurer“
B: „jetza red ned a so gscheid daher sonst bringst mi du da no ganz durchanander und mir kemman gar ned weida“
Irgendwann hatten dann alle ihr Ticket und der Busfahrer wurde auch irgendwie freundlicher, je näher wir nach Eng kamen und je weiter wir uns von der Zivilisation entfernten. Die Spekulation: Mit so großen Städten wie Lenggries kommt der Mann halt nicht zurecht und ist dann entsprechend mürrisch. Immerhin hat er uns auf dem Weg noch auf diverse „Heileits“ aufmerksam gemacht: „da schauts rechts aussa in die rissbachschlucht. Segts es?“ … „links. A Hirsch“… „da. (er deutet auf den „Alpenpark Karwendel“) des is guad. War i a scho drinna.“
Nachdem wir uns in Eng noch mit leckerem Bergkäse eingedeckt hatten (möglich, dass der folgende Sonnentag dem Käse eher geschadet hat, aber mal sehen), gings gegen 09:00 Uhr los Richtung Falkenhütte. Erst durch das flache Tal, dann auf einem Steig, mit dem wir schnell an Höhe gewannen.
Wir mussten feststellen, dass die Zeit-Angaben in meinem Wanderbuch nur von Profisportlern erreicht werden können und haben dann doch ca. 3 Stunden (mit Pausen) bis zur Falkenhütte gebraucht. Wohlweißlich, dass vier Liter Getränke im Rucksack (nur für mich) sowieso zu wenig sind, kehrten wir auf eine Schorle dort ein, bevor wir weiter zum Mahnkopf aufgestiegen sind. Hier darf man irgendwann nicht wie wir den Pfeilen folgen, sondern muss tatsächlich den nicht beschilderten und SEHR viel steileren Weg hinauf zum Gipfel nehmen, der ohne Umwege wohl in 1,5 Stunden ab Falkenhütte erreichbar gewesen wäre.
Als Abstieg ist es vielleicht ratsamer, einen anderen, flacheren Weg zu wählen, so wie wir das auch gemacht haben. Den haben wir aber entweder nicht gefunden, oder er führt halt wirklich einfach über Wiesen. Nun ja. Nach einer schönen Gipfelrast und dem flacheren Abstiegsweg waren wir gegen 15:00 Uhr wieder an der Falkenhütte. Diesmal ohne Einkehren. Denn: der letzte Bus fährt um 18:20. Das sind jetzt zwar nur noch ca. 900 Höhenmeter, allerdings auch eine ziemlich lange Hatscherei. Die Kulisse ist beeindruckend, der Weg eher fad. Und nach insgesamt 7 Stunden hätte es uns beiden wohl auch absolut gereicht; Morgens im Bus hatten wir noch einen immer wieder sorgenvollen Blick Richtung Himmel und die sich aufziehenden Wolken. Spätestens jetzt waren wir heilfroh, wenn sich doch mal wieder ein Wölkchen erbarmte und uns für ein paar Minuten von der knallhart runter nagelnden Sonne schützte. An dieser Stelle einen lieben Gruß an meinen Sonnenbrand an Hals und Waden sowie an Nivea Sonnenmilch, die da leider auch nicht viel helfen konnte.
Walderdbeeren am Wegesrand versüßten uns dann noch den Abstieg. Um 17:40, also knapp 9 Stunden nach unserem Abmarsch in Eng, waren wir an der Bushaltestelle Laliderer Tal. Eine gute halbe Stunde vor dem Bus. Aber man kann ja noch die Füße in den Rißbach hängen (hab ich mich ja schon den halben Abstieg drauf gefreut). Aber nix da: Naturschutzgebiet; betreten in der Zeit von 15. Juni bis 15. August zum Schutz des Brutplatzes gefährderter Vögel verboten. Man hätte wohl ein paar Meter Flußabwärts eine schöne Stelle erreichen können, die kein Naturschutzgebiet mehr ist. Man. Wir nicht. Hinsetzen. Nix tun. Ausruhen. Warten.
Mit dem Bus um 18:20 Uhr gings dann auf gleichem Weg zurück nach Lenggries. Dann BOB, dann U-Bahn. Am Hauptbahnhof noch ein Bier gekauft, das ich gerade trinke
Back @ Home um 21:15 Uhr. Duschen, duschen, duschen, Sonnenbrand pflegen, Bier trinken und was essen!
Fazit: Traumhaft schöner Tag in einer atemberaubenden Umgebung. Völlig fertig, todmüde. Glücklich.
Gute Nacht!
P.s.: weitere Fotos folgen (vielleicht irgendwann)
p.p.s.: bin trotz recht langer Zug und Busfahrt irgendwie froh, am ersten Feriensamstag nicht auf der A8 gewesen zu sein.
Empfohlene Karte: Kompass Wanderkarte Nr. 26, Karwendelgebirge 1:50000

