28 Jun 2010

Sommerbergtour zur Meilerhütte (2.366 m)

Verfasst von Rainer Frank

Tour zur MeilerhütteSamstag, 26.06.2010: Offenbar hat vor Kurzem nicht nur der kalendarische Sommer begonnen. Das Wochenende verspricht ein traumhaftes Bergwetter. Und diesmal passt das mit meinem Tourenplan auch zusammen: Ich will heute auf die Meilerhütte im Wettersteingebirge.
Die Hütte liegt auf 2366 Metern und ist von Garmisch-Partenkirchen oder Leutasch aus zu erreichen.
Ich fahre mit der Bahn nach Garmisch und gehe von dort die Partnach entlang zum Skistadion und weiter zum Eingang der wildromantischen Partnachklamm (ca. 35 Min). Die Klamm kostet für Erwachsene 3,- Euro Eintritt. AV-Mitglieder sind NICHT mehr günstiger. Das gab’s mal.
Hinter der Klamm gehe ich den Weg Richtung Schachen und Meilerhütte weiter. Den gleichen Weg bin ich letztes Jahr bei der Tour zur Zugspitze gegangen, nur dass ich heute nicht rechts ins Reintal abbiege, sondern gerade aus weiter gehe Richtung Schachen.
Der Schachen ist eigentlich kein wirklicher Gipfel, sondern lediglich ein – recht schöner – Aussichtspunkt. Nach dem Anfangs recht flachen Weg von der Partnachklamm aus, muss man die letzte Stunde zum Schachen den ca. 1.000 Höhenmetern Tribut zollen. Irgendwann muss die Höhe ja mal überwunden werden. Der Steig erfordert teilweise trittsicherheit und ist an ein paar Stellen auch ausgesetzt, aber dennoch problemlos machbar. Nur bei Nässe muss man an einigen Stellen wohl aufpassen.
Nach ca. 3 Stunden vom Eingang der Partnachklamm aus erreicht man das Schachenhaus.
Von dort aus ist die Meilerhütte bereits aus bestimmten Positionen zu sehen. Aber das motiviert nicht wirklich, denn der Weg ist noch Weit. Nochmal ca. 500 Höhenmeter, die es durchaus in sich haben. Technisch nicht schwierig, aber dennoch schweißtreibend geht es der Hütte entgegen. Hier oben liegt dann auch noch ab und an Schnee und man quert noch ein paar Schneefelder, welche aber keine besonderen Schwierigkeiten darstellen.
Um 16:58 Uhr erreiche ich die Hütte. Ganz praktisch, denn bis 17 Uhr ist das Lager reserviert ;)
Die Hütte verfügt über eine Materialseilbahn und hat entsprechend gute Auswahl bei den Speisen, was in der Höhe ja keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Auch die Preise sind absolut human:
eine Nacht im Lager: 14,- Euro, AV-Mitglieder die Hälfte
Weißbier: 3,60 Euro
Die Preise vom leckeren Kuchen, den Hütteneiern und dem Frühstück hab ich mir leider nicht gemerkt, aber arm wird man hier wohl auch nicht.
Die Hütte liegt übrigens auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol. So ist der neben der Hütte liegende Waschraum nur zu erreichen, wenn man einen kleinen Ausflug nach Österreich macht :)
Der Waschraum schaut übrigens sehr edel aus. Leider gibt es statt Wasserhähnen nur einen Eimer, mit dessen Hilfe man das eiskalte Regenwasser in sein Waschbecken füllen kann. Körperhygiene verliert hier ein wenig an Bedeutung. :-)
Für Übernachtungen im Matratzenlager gibt es ja eine einfache Weisheit: Trinke immer ein Bier mehr, als der, der am lautesten schnarcht. Ging heute leider nicht, denn der muss dermaßen viel gesoffen haben, dass ich jetzt noch unterm Tisch liegen würde, wenn ich mitgehalten hätte. Insofern war die Nacht recht schlaflos, aber sei’s drum. Der Sonnenuntergang, den wir dort oben genießen durften, entschädigt für so einiges.
Am nächsten Morgen gehts nach einem stärkenden Frühstück um 7:45 Uhr wieder los. Ich steige in Richtung Leutasch ab.
Durch das Leutascher Platt, in dem es noch einige Schneefelder gibt, führt der Pfad ohne extrem große Schwierigkeiten in das rund 1.000 Meter hoch gelegene Leutasch. Ich halte mich dabei etwas links, denn ich will nicht durch die Söllerrinne absteigen. Für den Abstieg wurde mir hier abgeraten, da sie sehr steil und ziemlich rutschig ist.
Mein Weg führt durch eine grandiose Felsszenerie, weiter durch Latschen und durch Wald bis nach Leutasch. Von dort aus will ich noch weiter nach Scharnitz, um dort dden Zug nach München zu nehmen.
Über den Hohen Sattel (nochmal rund 400 Höhenmeter), ist Schwarnitz in gut zwei Stunden (von Leutasch aus) zu erreichen. Alles in allem bin ich heute nochmal rund 5 Stunden (ohne Pausen) unterwegs und erreiche so einigerßen knapp aber dennoch pünktlich den Zug um 13:27.
In Scharnitz gibt es keinen Ticketautomaten. Der nächste steht in Seefeld, behauptet ein kleiner Hinweis. Doch der österreichische Schaffner kassiert 2,30 Euro von mir für den Streckenanteil nach Mittenwald. Die dort zusteigende deutsche Schaffnerin ist weniger pflichtbewusst, und ich wollte mich nun auch nicht aufdrängen. :-)

Fazit: fantastische Bergtour, rundum empfehlenswerte Hütte mit einer genialen Lage und einer traumhaften Aussicht.

Alle Fotos auf Flickr

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2 Kommentare to “Sommerbergtour zur Meilerhütte (2.366 m)”

  1. Hallo Rainer,

    wir möchten von der Knorr-Hütte zur Meilerhütte laufen. Ist dieser Weg auch über das Gatterl möglich ohne, dass der Weg zum Klettersteig wird? Wir machen eine Viertagestour und starten in Garmisch-P sclafen die Erste Nacht in der Reintalangerhütte steigen dann zur Zugspitze auf übernachten in der Knorrhütte und haben die letzte Nacht in der Meiler Hütte reserviert. Nur der Weg dort hin bittet wohl zwei möglichkeiten, wovon der über das Gatterl interessanter ist, aber vielleicht schwieriger?
    Beste Grüße
    Konrad Schleißmann

     

    Konrad Schleißmann

  2. Hallo Konrad,
    bin ich leider noch nicht gegangen. Ich kenne nur den Weg von der Knorrhütte über die Reintalangerhütte, aber den wollt Ihr ja schon rauflaufen.
    Sorry, den Weg übers Gatterl kenn ich nicht.
    Wünsch Euch trotzdem viel Spaß dabei, hört sich nach einer sehr schönen Tour an!
    Viele Grüße,
    Rainer

     

    Rainer Frank

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