26 Apr 2010

Ein Schnupperkurs im Gleitschirmfliegen

Verfasst von Rainer Frank

Am Samstag hab ich mal wieder geschaut, was man in den Bergen noch so an Sportarten ausprobieren kann. Bei Jochen Schweizer habe ich Geschenke gefunden, die ich mir selber machen kann und habe schließlich einen Schnupperkurs im Gleitschirmfliegen bei der Flyart-Schule in Holzkirchen gebucht. Kostenpunkt für den einen Tag: 79,- Euro.

Und das hat mich erwartet:
Treffpunkt war in Holzkirchen, wo man sich erst mal zu zweier-Teams aus der gleichen “Gewichtsklasse” zusammengefunden hat und eine Gleitschirmausrüstung, bestehend aus Gleitschirm, Gurtzeug und Helm in Empfang genommen hat. Das ist auch gar nicht soo dumm, denn nach einem Startversuch und wieder rauftragen der Ausrüstung, kann man eh eine kurze Pause gebrauchen und der Partner ist an der Reihe.

Mit der Ausrüstung im Gepäck ging es im Konvoi nach Bad Wiessee, zum Übungshang. Hier wurden uns von Björn, dem Fluglehrer, erstmal die wichtigsten Details in Punkto Ausrüstung und Sicherheit erklärt. An Chris, dem ersten mutigen freiwilligen, wurde demonstriert, wie der Gleitschirm ausgebreitet wird, wie man sich mit dem Gurtzeug verbindet und wo der Schirm befestigt wird. Und natürlich wie man startet.
Und dann gings auch schon bei allen anderen los. Schön nacheinander, nur wenn der Luftraum frei war :-)
Unter Björns wachsamen Augen und seiner Anleitung, starten wir alle unsere ersten Flugversuche. Erstmal bleibt es auch bei Versuchen. So richtig hebt noch keiner ab.
An dieser Stelle: Vielen Dank an meinen Gleitschirmflug-Partner Stefan, der dieses kleine Video auf seinem iPhone mitgeschnitten hat:

Mit den Tipps des Fluglehreres wird es aber von Versuch zu Versuch besser und wir können schon die ersten Sprünge verzeichnen. Jeder der 7-Köpfigen Gruppe bekommt nun auch mal das Abhebe-Gefühl zu spüren und verliert zumindest für ein paar Meter den Boden unter den Füßen.
Hochinteressant ist, dass man wohl die Uhr nach dem Wind stellen kann. Morgens windstill, gegen Mittags frischt es auf und der Wind wird stärker. Spätestens um 15 Uhr ist der Wind in der Regel für Anfänger nicht mehr geeignet. Björn ruft aufgrund der starken Böen gegen 14 Uhr für alle zum letzten Flug auf. Erst gegen Abend wird es wohl wieder windstiller.
So bekommen auch wir im Laufe des Tages stärkeren Wind zu spüren, und immer mehr von uns (irgendwann auch ich) beginnen tatsächlich zu fliegen.
Mit viel Vortrieb gelingt es mir schließlich einige Meter abzuheben. Der Wind tut sein übriges und ich bin hoch in der Luft. Ein ziemlich irres Gefühl. Aber man bekommt doch auch ein wenig Respekt. Insbesondere deshalb, weil bei meinem ersten richtigen Flug der Wind derjenige ist, der meinen Schirm steuert. Nicht ich.
Aber runter kommen sie alle :-)

Fazit: ich hätte nicht gedacht, dass wir an einem ersten Grundkurstag so viel zum Fliegen kommen. Trotzdem: um diesen Sport wirklich zu beherrschen und mal mehrere Kilometer (oder gar 100 Kilometer) weit zu fliegen, bräuchte es noch viele viele Kurse, die ich wohl in diesem Leben nicht mehr machen werde; insbesondere weil auch die Ausrüstung mit gut 2.000 Euro (gebraucht) nicht ganz umsonst ist.
Aber trotz allem: eine sehr geile Erfahrung und ein Punkt weniger aus meinem Buch: 101 Dinge, die man getan haben sollte, bevor das Leben vorbei ist.
Einziger Wermutstropfen war, dass ich bei einer der vielen Sprünge, Anläufe oder Landungen offenbar meine linke Ferse etwas falsch belastet habe, und so seit Samstagabend nicht mehr wirklich gut auftreten kann. Naja, Onkel Doktor wird’s schon richten…

Übrigens habe ich noch viele weitere Geschenkideen bei Jochen Schweizer gefunden. Zum Beispiel Schneeschuh-Wandern. Ich kann das glaub ich mittlerweile, aber für blutige Anfänger sicherlich keine schlechte Idee.

Subscribe to Kommentare

Ein Kommentar to “Ein Schnupperkurs im Gleitschirmfliegen”

  1. Hallo Rainer,

    ich habe einmal einen Paragliding in Frankreich gemacht und der zwanzigminütige Flug war schon affengeil, aber Gleitschirmfliegen ist sicherlich auch sehr toll.
    Ich bin zwar ein Freund von Bergen, doch bin ich bevorzugt im Wasser, um meiner Leidenschaft nachzukommen. Ich bin Wellenreiter!

    Nichtsdestotrotz habe ich einen kurzen Artikel zum Bergsteigen verfasst, der dir eventuell auch gefallen könnte. Wenn du magst, kannst du ihn dir mal durchlesen und einen kurzen Kommentar hinterlassen.

    http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=513402896&blogId=533474770

    Mit bestem Gruß,

    Mathias

     

    Mathias

Einen Kommentar schreiben

Kommentar:























































Browse

oder
  • Neueste Artikel

  • Kategorien

  • Tag-Wolke