14 Feb 2010
Unberührte Natur – Schneeschuhtour auf den Setzberg (1.706m)
Sodala, die Lawinenwarnstufe ist für den bayerischen Alpenraum wieder auf “mäßig” gesunken, die Wetteraussichten sind relativ gut. Also den Samstag nutzen. Heutiges Ziel: der Setzberg. Soviel vorweg: eine traumhafte unberührte Schnee-Landschaft, kaiserliches Wetter, und eine Tour die es in sich hatte. Was will man mehr?
Um 08:00 Uhr treffe ich mich mit Xandi von alpinlager.com am Ostbahnhof. Nach ca. 1 Stunde Autofahrt erreichen wir unseren Ausgangspunkt in Kreuth. Von hier aus wollen wir den Setzberg bezwingen. Erst auf einer Rodelbahn, die übrigens Top-Verhältnisse aufweist, bis auf ca. 1200 Meter. Ab hier ist der Weg nicht mehr geräumt und wir schnallen die Schneeschuhe an die Füße.
Wir gehen auf einem tiefverschneiten Forstweg durch den Wald, die Sonne blitzt immer wieder durch die Bäume und lässt erahnen, wie traumhaft dieser Tag noch werden wird.
Vielleicht sollte ich meine Routen künftig im Vorhinein genauer planen, denn wir haben den Aufstiegsweg, der in meinem Buch beschrieben ist, im Winterwonderland nicht gefunden; unser Ziel haben wir aber dennoch erreicht. Viele Wege führen zum Setzberg.
Erst auf outdooractive.com habe ich eine Google-Karte zu einer Setzberg Tour gefunden, auf der ich mich richtig orientieren konnte und gesehen habe, was wir gestern falsch besser gemacht haben.
Wir hätten eine ganze Weile der verschneiten Forststraße folgen müssen, den Setzberggraben und den Lahngraben überqueren müssen. Stattdessen halten wir uns an den Wegweiser Richtung Wallberg & Setzberg, was uns logischer erscheint als der Wegweiser ins Tal nach Rottach.
Leichter haben wir es uns damit sicherlich nicht gemacht, aber ziemlich sicher schöner. Wir folgen den Schneeschuhspuren durch den tief verschneiten Wald. Es kommt uns ja schon komisch vor, dass wir laut Höhenmesser unsere Tageshöhe schon fast erreicht haben, aber die Freisinger Hütte noch immer nicht in Sichtweite ist. Aber mei.
Wir kommen oben auf dem Bergrücken an und genießen die Aussicht auf das Tal, das durch Wallberg, Setzberg, und Risserkogel eingerahmt wird.
Dank iPhone mit GPS wissen wir auch trotz der fehlenden Wegweiser zum Setzberg, dass wir hier links abbiegen müssen (wer auf den Risserkogel will, biegt rechts ab). Kurz vor 13 Uhr erklimmen wir die letzten Meter zum Gipfel. Der Weg hier oben war nicht mehr gespurt und lässt sich im Sommer sicherlich besser finden. Im Winter hat man dafür den Vorteil, dass man durch eine völlig unberührte Schneelandschaft wandern darf.
Nach einer angemessenen Rast machen wir uns an den Abstieg. Wir wählen nicht den Aufstiegsweg, sondern folgen den Skispuren hinab nach Osten. Auf recht steilen Hängen verlieren wir sehr schnell an Höhe. Ich nehme hier die Verlängerung meiner Schneeschuhe ab. Dadurch sinkt man zwar mehr ein, ist aber dafür wesentlich wendiger, was bei dem Abstieg wirklich Sinn macht. Nach einem sehr steilen Hang, den wir nicht immer ganz sturzfrei herunter laufen, oder eher fahren (kein Problem, man fällt ja sehr weich im Tiefschnee) treffen wir wieder auf den Forstweg, vondem aus wir vorhin mal die falsche Abzweigung genommen haben. Ab hier geht es nun auf der Forststraße zurück bis zur Rodelbahn und dann zum Parkplatz. Einen großen Teil dieser Strecke haben wir ja bereits im Aufstieg gespurt.
Gegen 16 Uhr sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt.
Fazit: anstrengende Tour in einer traumhaften Winter-Landschaft. Natur pur! sehr geil!
p.s.: Danke an Xandi für die schönen Bilder!
p.p.s.: Hier gibts Xandis Bericht zur Tour
