6 Feb 2010

Schneeschuhtour auf den Breitenstein (1.622m)

Verfasst von Rainer Frank

Hubertushütte am Breitenstein

Freitag, 05.02.2010: ich habe für heute spontan Urlaub genommen und beschließe den Breitenstein zu besteigen.

Ich bin allein unterwegs und so macht es nicht wirklich Sinn, mit dem Auto zu fahren; also kaufe ich ein Bahnticket bis Miesbach um von dort mit der Buslinie 9552 nach Fischbachau, Ortsteil Birkenstein zu fahren.

In Miesbach ist die Welt noch in Ordnung: der Bus fährt nicht ab, wenn der Fahrplan es vorgibt, sondern wenn alle da sind. “Eine fehlt uns noch”, meint der Busfahrer und wartet, bis alls ihm bekannten Fahrgäste den Bus erreicht haben. Zwei Drittel der Fahrgäste waren ihm mit Vornamen bekannt. Das andere Drittel war ich.

Um 08:40 erreiche ich die Bushaltestelle am Wanderparkplatz in Birkenstein und starte meine Tour. Das erste Stück ist mäßig steil, aber verflucht eisig. Teilweise springe ich quer über den Forstweg, um wieder eine eisfreie Stelle zu erreichen. Irgendwann wird es mir zu blöd und ich schnalle die Grödeln um, was den Aufstieg doch sehr erleichert.

Mit jedem Höhenmeter wird der vereiste Forstweg mehr zum verschneiten Forstweg und eignet sich auch hervorragend als Rodelbahn. Nach schätzungsweise 1,5 Stunden erreiche ich die Kesselalm, die auch gleichzeitig das Ende des Forstweges (und einer potentiellen Rodelstrecke) markiert.

Ich ziehe die Grödeln aus und die Schneeschuhe an, denn unmittelbar hinhl ter der Kesselalm finde ich mich im Tiefschnee wieder.

Den Wegweisern folgend geht es jetzt auf einer sanft ansteigenden Almwiese richtung Wendelstein hoch. Wenn ich mich richtig an meine letzte Sommerwanderung hier rauf erinnere, ist das eigentlich ein sehr breiter Pfad. Aber bei über einem Meter Schnee ist das wohl nebensächlich. Ich steige weiter hinauf bis zu einem Sattel, vondem aus man einen ersten hervorragenden Blick auf den Wendelstein hat.

Als “kleiner Bruder” des Wendelsteins fristet der Breitenstein ja eher ein trostloses Dasein. Da er aber im Gegensatz zu seinem bekannten Nachbarn eben nicht mit einer Zahnradbahn und einem Sendestudio erschlossen ist, ists hier auch wesentlich ruhiger.

Der Aussichtspunkt ist zugleich die Talstation der Materialseilbahn zur Hubertushütte, die mein nächstes Zwischenziel sein wird. Zuvor gilt es aber einen doch recht steilen Hang zu durchschreiten. Der Spurenlage zu folge hat das schon jemand vor mir versucht, der aber irgendwann bei der Hälfte des Weges aufgegeben hat. Also spure ich ab dann selbst. Auch ohne Spuren ist der Weg recht leicht zu finden. Neben den Felsen sind auch immer wieder Bäume markiert; außerdem gibt es fast immer nur zwei Möglichkeiten: den richtigen Weg oder sehr sehr steil ;)

Schneeschuhe gibts günstig bei Bergfreunde.de

Sobald dieser Hang überwunden ist hat man es nicht mehr weit zur Hubertushütte. Von dort aus geht es nur noch den kleinen Gipfelaufbau völlig unproblematisch auf den Gipfel des Breitensteins. Hier oben pfeift der Wind! Es ist bitterlich kalt, aber die Sicht entschädigt. Trotz des bewölkten Himmels genieße ich eine traumhafte Aussicht!

Dennoch: mir ists hier oben einfach zu kalt und ich verlege meine Gipfelrast nach unten an die Hubertushütte. Die Bänke vor der Hütte sind völlig im Schnee versunken; ich setze mich auf einen der Tische. Der Hütteneingang ist zugeschneit. Ein anderer Schneeschuhgänger kommt zu mir, steht direkt neben der tief verschneiten Hütte und bemerkt sehr treffend: “die haben wohl zu.”

Nach einer Stärkung mache ich mich wieder an den Abstieg. Ich nehme den Aufstiegsweg, wieder vorbei an der Kesselalm und zurück nach Birkenstein. Dort biege ich vor dem Wanderparkplatz links ab und gehe weiter Richtung Fischbachau-Hammer Bahnhof. Wenn ich mich nämlich ein bisschen beeile, krieg ich die BOB um 13:45 und wäre dann eine Stunde eher daheim. Punkt 13:44 stehe ich am Bahnhof. Perfektes Timing.

Wieso ich Idiot mich abhetze, um einen Zug zu erwischen, der nur in den Ferien fährt, ist mir mittlerweile nicht mehr klar. Um 14:09 steige ich am Bahnhof Fischbachau-Hammer in den Bus zurück nach Miesbach, und von dort mit der Bob wieder nach München.

Fazit: nicht allzu lange  Tour auf einen traumhaften Berg. Bei relativ geringer Gipfelhöhe eine trotzdem tolle Aussicht. Sommers wie Winters immer eine Tour wert!


Hier gibts alle Fotos zur Tour

Einen Kommentar schreiben

Kommentar:























































Browse

oder
  • Neueste Artikel

  • Kategorien

  • Tag-Wolke