28 Feb 2010
Mit Schneeschuhen auf den Krottenkopf (2.086 m)
Nachdem ich mir gestern die Nacht beim BANFF Mountain Film Festival um die Ohren geschlagen habe, klingelt heute wieder recht früh der Wecker. Um kurz nach 7 starten wir von München aus unsere Tour auf den Krottenkopf.
Um 08:30 erreichen wir den Parkplatz an der Wankbahn in Garmisch-Partenkirchen. Von hier starten Xandi von alpinlager.com und ich unsere Tour.
Zuerst gehts ein kleines Stück an der Wankbahn entlang, dann weiter nach links richtung Esterbergalm. Die Forststraße ist (in meinen Augen überflüssigerweise) zu einem großen Teil geteert, aber trotzdem vom Winterdienst vernachlässigt. Auf der teilweise sehr vereisten Straße ist der Aufstieg etwas rutschig; Wir haben ja die Schneeschuhe am Rucksack hängen, doch die Grödeln haben wir besser mal im Auto gelassen. Trotz dieser widrigen Umstände erreichen wir recht schnell die Esterbergalm auf 1.265 Metern.
Von dort gehen wir einen gespurten Weg weiter; dank des festen gut tragenden Schnees brauchen wir auch hier oben noch keine Schneeschuhe. Der Weg vor und nach der Alm verläuft vergleichsweise flach. Hier machen wir recht wenig von den insgesamt ca. 1500 Höhenmeter der Tour. Dafür wird hier “Strecke gemacht”. Einen guten Teil der 24 Kilometer erlaufen wir auf dieser Ebene.
Der Weg schlängelt sich nun allmählich nach oben und schließlich entscheiden wir uns doch noch die Schneeschuhe anzuziehen.
Wir erreichen eine weitere Ebene und müssen hier mal kurz innehalten: traumhaftes Panorama, wolkenfreier Himmel, unberührte Schneelandschaft. Einfach genial!
Unser nächstes Zwischenziel ist die Weilheimer Hütte (auch Krottenkopfhütte); die Talstation der Materialseilbahn können wir auch schon sehen. Auf einem recht steilen Weg und manchmal wohl auch daneben (wer weiß das im Winter schon so genau?) schlagen wir uns nun duch Latschen den Berg hinauf. Gegen 12:40 erreichen wir die Weilheimer Hütte, von wo sich uns nun auch noch das Panorama weiter ins Karwendel eröffnet.
Nach einer kleinen Pause zur Aufbesserung unserer Getränkevorräte (Schnee ist ja ausreichend vorhanden und schmeckt im Tee auch gar nicht so schlecht) erklimmen wir nun den Gipfel. Der Weg sieht recht felsig aus, viel vom Schnee ist verblasen und so beschließen wir, die Schneeschuhe an der Hütte zu lassen.
Da man aber nun doch nicht so genau weiß, wo man nun loses Geröll, wo festen Schnee und wo nur lockeren Bruchharsch unter den Füßen hat, ist der Weg einigermaßen beschwerlich. Nichts desto trotz: um kurz nach eins erreichen wir gesung & glücklich unser Tagesziel und genießen das traumhafte Panorama.
Nachdem Abstieg zurück zur Weilheimer Hütte lockt nun noch der Nachbargipfel, der obere Rißkopf. Die Sonne, das Panorama und die zugegebenermaßen müden Knochen freuen sich aber ebenso auf eine noch ausgedehntere Rast an der Hütte. Für letzteres entscheide ich mich.
Nach dieser Rast gehts auf dem Abstiegsweg wieder zurück. Der Schnee ist durch die Sonne mittlerweile aber sehr aufgeweicht und trägt lange nicht mehr so gut wie beim Aufstieg. Dort wo wir uns beim Aufstieg noch nicht hätten Träumen lassen, dass wir überhaupt noch Schneeschuhe brauchen, bereuen wir beim Abstieg, die Dinger bereits ausgezogen zu haben.
Gegen 15:30 erreichen wir wieder die Esterbergalm. Nach der Tour haben wir uns eine Apfelschorle verdient. Leider liegt die Terasse bereits im Schatten und so machen wir uns wieder auf, bevor wir völlig auskühlen.
Das letzte Stück und insbesondere der geteerte Teil, hätte ich mir eigentlich ganz gerne gespart; Hatscherei auf blankem Eis oder auf geteerten Wegen; beides nicht der Bringer. Trotzdem war das wohl die schönste Schneeschuhtour des Jahres. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass es noch besser wird.
Um 16:50 sind wir zurück am Auto.
Fazit: sehr anstrengende Tour, bei dem der Wettergott uns sehr wohlgeSONNEn war!
Anmerkung: Diese Tour habe ich auch im Rother Wanderbuch “Bayerische Alpen, Wander- und Schneeschuhtouren” entdeckt. Die Tour ist hier allerdings mit “blau” als einfach eingestuft. Hiermit kann aber nur der Weg bis zur Esterbergalm gemeint sein. Der Weiterweg ist nicht mehr einfach, sondern erfordert alpine Erfahrung und schon aufgrund der Länge eine gute Portion Kondition! Selbst im Sommer würde ich die Tour zum Krottenkopf mindestens als “mittel” einstufen. Im Winter hat sie in meinen Augen eine schwarze Kennzeichnung verdient.
Alle Fotos der Tour gibt’s auf dem Tourenberichte-Flickr-Account
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![DSC03325 [800x600]](http://farm5.static.flickr.com/4029/4395316629_30d135ced0_m.jpg)
sehr geile bilder wieder. ich freu mich schon so auf unsere Bergtour. War dieses WE 28 km Langlaufen in Lenggries. Ich trainier quasi für unsere Tour
Den Xandi lauf ich an die Wand
Gruß, Matze
Matze
February 28th, 2010 at 10:44 pmpermalink
vorsicht matze. Der Xandi hätte ja immer gerne, dass er “mich schafft”…schafft er natürlich nicht; aber spätestens seit gestern kann ich dir sagen: der kerl ist schon fit…
Rainer Frank
February 28th, 2010 at 10:47 pmpermalink
hehe…joa freu mich auch.. und ich trainier auch weiterhin brav.. wenn auch vielleicht nicht für die hüttentour, sondern eher für die 4000er im Sommer
war aufjedenfall ne sehr schöne Tour
Gruß Xandi
Xandi
February 28th, 2010 at 10:55 pmpermalink
PS: diesmal konnten wir uns auch auf eine höhe einigen
Xandi
February 28th, 2010 at 10:57 pmpermalink
Na, schon einen 4000er gemacht diesen Sommer?
München
July 19th, 2010 at 10:26 pmpermalink
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