19 Feb 2010
Lawinen – die weiße Gefahr
Am 6.2.2010 stirbt eine Skitourengeherin in einer Lawine im Taubensteingebiet. Nach den Informationen des Lawinenwarndienstes Bayern, war es der schnellen Reaktion eines Hüttenwirtes zu verdanken, dass die beiden Verunglückten vergleichsweise schnell geborgen werden konnten. Während der nur teilweise verschüttete Mann mit Unterkühlungen davon kam, konnte seine Begleiterin jedoch nicht mehr gerettet werden.
Im Taubensteingebiet bin ich selbst gerne unterwegs. Grund genug, hier auf die Gefahren von Lawinen hinzuweisen. Denn bei Ski-, aber auch bei Schneeschuhtouren ist man dieser Gefahr ausgesetzt.
Vorweg: außer Verzicht auf die Tour, gibt es keine Möglichkeit, das Lawinenrisiko komplett auszuschalten. Aber natürlich kann man das Risiko durch geeignete Ausrüstung, richtige Vorbereitung vor der Tour und besonnenes Handeln während der Tour minimieren. Die Tipps auf dieser Seite ersetzen allerdings keinesfalls einen Lawinenkurs!
Folgende Fragen stellen sich:
- Welche Ausrüstung brauche ich unbedingt?
- Welche Informationen brauche ich vor der Tour, was sagt mir der Lawinenlagebericht?
- Wie verhalte ich mich während der Tour?
Zu Punkt 1:
Eine allgemeine Liste für Ausrüstungsgegenstände findest Du hier. Für die Wintersaison sind diese drei Dinge unabdingbar:
- LVS-Grät:
Mit einem LawinenVerschüttetenSuchgerät lässt sich ein Verschütteter orten. Allerdings nur, wenn er selbst eines hat! Ein modernes LVS verfügt über drei Antennen und ist mit digitalem Funk ausgestattet. Leider ist dieses Gerät auch schon der mit Abstand teuerste Gegenstand in dieser Liste. Gute Geräte schlagen mit 300,- Euro und mehr zu buche. Sparen sollte man hier dennoch nicht, schließlich ist das LVS die Lebensversicherung. Ich möchte aber auch keine Empfehlung für ein bestimmtes Gerät abgeben. Stattdessen empfehle ich das Gerät, welches auch im LVS-Kurs, der ohnehin unumgänglich ist, eingesetzt wurde. Denn mit dem hat man ja schon gelernt, umzugehen. Ein LVS-Gerät sollte immer schnell und einfach zu bedienen sein. - Sonde:
Wenn man einen Verschütteten mit Hilfe des LVS gefunden hat, kommt die Sonde zum Einsatz, um die genaue Lage und die Tiefe des Verschütteten herauszufinden- - Schaufel:
Schnee, der mit mehreren 100 km/h komprimiert wird, ist schwer; eine Schaufel zum Ausgraben von Lawinenopfern ist daher unumgänglich!
Tipp: Die meisten LVS-Geräte gibt es auch zusammen in einem Set mit Schaufel und Sonde.
Zu Punkt 2:
Jede winterliche Tour will gut geplant sein. Für den bayerischen Alpenraum gibt der Lawinenwarndienst Bayern Auskunft. Im Internet oder per Telefon unter 089 / 9214 – 1210. Der aktuelle Lawinenlagebericht wird täglich um 07:30 ausgegeben. Der ein oder andere mag zu dieser Zeit schon unterwegs sein, deswegen kann man auch noch anrufen!
Die Lawinenwarndienste für Österreich findet man unter www.lawinen.at
Entsprechende Informationen für die Schweiz gibt es unter www.slf.ch
Zu Punkt 3:
Wenn wir die richtige Ausrüstung zusammenhaben, die regionalen Gefahrenstufen aus dem Lawinenlagebericht kennen, gilt es noch die Gefahren vor Ort richtig einzuschätzen. Wie steil ist der Hang und wie dessen Exposition? Was sagt dazu der Lawinenlagebericht? Wie ist die Schneebeschaffenheit? Wie viele andere Tourengeher sind unterwegs? Kann man in den Hang einfahren, muss Sicherheitsabstand eingehalten werden? Oder muss der Hang umgangen oder auf die Fortsetzung der Tour verzichtet werden? Letzteres ist meistens wohl die schwerste, oft aber auch die vernünftigste Entscheidung.
Es gibt also eine ganze Reihe Punkte, die bei der Einschätzung des Lawinenrisikos beachtet werden müssen. Auf outdoor.de werden die wichtigsten Fragen rund um das Thema Lawinen und Ausrüstung von den Experten Dieter Stopper (Bergführer) und Dr. Tobias Bach (Sportwissenschaftler) in einer sechsteiligen Serie beantwortet. Folgende Punkte werden dabei behandelt:
1.: Die Notfallausrüstung aus LVS-Gerät, Schaufel und Sonde – was brauche ich, was muss ich können?
2.: Welches LVS? – Was ist beim Kauf von LVS-Geräten zu beachten?
3.: Lawinen vermeiden –(k)ein Hexenwerk”
5.: Sicher unterwegs – Strategien für richtiges Entscheiden bei der Planung und im Gelände
6.: Soziales Risikomanagement – Die Gruppe als Gefahrenquelle
Die komplette Serie ist auf jeden Fall eine Lektüre wert. Auch diese Artikel ersetzen in meinen Augen aber keinen LVS-Kurs, in dem die korrekte Handhabung der Ausrüstung, die Interpretation des Lawinenlageberichtes und das „richtige Entscheiden“ geschult und geübt werden.
Fazit: LVS-Kurs absolvieren – Ausrüstung zulegen – vernünftig entscheiden & Spaß im Schnee haben

hmmmm, wiie machht man das 000 AHNUNG hahah
YoYo
March 14th, 2012 at 2:20 pmpermalink
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