15 Nov 2009

Auf die Kramerspitze (1.982m)

Verfasst von Rainer Frank

Nachdem mein lieber Ex-Kollege mit Erkältung im Bett liegt, hab ich mich heute morgen kurzerhand allein auf den Weg Richtung Garmisch gemacht, um die Kramerspitze zu besteigen: eine wunderbare, anspruchsvolle Wanderung und Bergtour. Die Orientierung war aber dank der GPX-Datei von Outdooractive recht easy.

Aussicht von der Kramerspitze

Nachdem ich mich in der Esso-Tankstelle noch mit Sandwiches versorgt habe war ich gegen 08:20 Uhr hier, wo ich mein (Statt-)Auto abgestellt habe und mich an den Aufstieg gemacht habe. Die erste Zeit geht es recht gemütlich, aber teilweise auch recht steil, auf einer Forststraße bergauf. Erst nach gut 1,5 Stunden (bei ca. 1.460 m) zweigt man auf einen Steig nach links zur Kramerspitze ab, von dem aus man immer wieder einen herrlichen Blick über Garmisch-Partenkirchen samt dem dahinter liegenden Zugspitzmassiv hat. Es geht eine Weile auf einem recht harmlosen Steig bergan, bis auf ca 1.700 m die ersten Schneefelder auftauchen. Auf der Südseite des Berges sind die aber noch absolut harmlos.
Nachdem man vom kleinen Nachbarn des Kramers erst wieder einiges absteigen muss, darf man sich danach an der Nordseite des Kramers durch das erste Schneefeld wagen. Ich habe hier auf Allrad-betrieb umgestellt. Will heißen: meine Stöcke zur Hilfe genommen und meine Grödel von Salewa umgeschnallt. Damit war es dann kein großes Problem mehr, die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel zu überwinden. Diesen erreiche ich um 11:50, also nach gut 3,5 Stunden. Für immerhin 1.200 Höhenmeter zuzüglich Gegenanstieg (bestimmt nochmal 150 HM, schätz ich :-) )
Obwohl ich mich mit meinem Skipulli, meiner Skijacke, meiner Skiunterwäsche und meiner (dünnen) Skihose sowie mit Mütze und Handschuhen am Gipfel recht gut eingepackt habe, halte ich es trotz der schönen Aussicht auf die Zugspitze bei pfeiffendem Wind und bitterlicher Kälte nicht lange hier oben aus. Nachdem ich gegessen habe musste ich aber noch das sagenumwobene Gipfelbuch anschauen, das im Vergleich zu anderen wirklich relativ groß ist:

Gipfelbuch der Kramerspitze
Ein kleiner Auszug: “Das Reh spingt hoch, das Reh springt weit. Warum auch nicht, es hat ja Zeit.”

Nach 20 Minuten Gipfelrast mache ich mich auf den Abstieg, nehme aber nicht den Aufstiegsweg sondern steige nach Westen ab. Die Abstiegsroute liegt mehr in der Sonne (heute scheint sie leider kaum) und ist deswegen auch deutlich schneefreier. Nur ein kleiens Schneefeld muss überquert, oder runtergerutscht :-) werden. So ist man recht schnell bei der Stepbergalm (1.583 m) und geht von dort nach links weiter zurück nach Garmisch. Der Abstieg ist damit ein gutes Stück länger, aber (wer hätte das gedacht) weniger steil. Fast im Tal angekommen wandert man (nicht mehr so allein wie während der restlichen Tour) auf dem Kramerplateuweg entlang zum Ausgangspunkt. Diesen erreiche ich gegen 15:00 Uhr, also inklusive aller Pausen nach knapp 7 Stunden.
Alles in allem eine wunderbare Bergtour, die zwar etwas Kondition und Trittsicherheit (vor allem bei Schnee und Glätte) erfordert, mit der wunderbaren Aussicht auf Zugspitzgebiet, Estergebirge und Karwendel sowie das zu Füßen liegenden Garmisch-Partenkirchen aber sicherlich jede Mühe wert.

Für alle die es nachwandern wollen: Hier gibt es die GPS-Datei für die Wanderung.
p.s.: mir wurde heute klar, dass die Wander-Saison wohl bald zu Ende ist, denn der Tankwart an oben erwähnter Esso-Tankstelle wünschte mir “Viel Spaß beim Skifahren” :-)
p.p.s.: insbesondere für meine internationale Leserschaft habe ich mich heute beeilt, diesen Artikel online zu stellen. Und ich hoffe das wird gewürdigt, gell Simon :-)

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2 Kommentare to “Auf die Kramerspitze (1.982m)”

  1. Hey, die Kramerspitze ist mit Schnee noch viel toller ;-) Mach die mal jetzt – ist wirklich schön gewesen um die Zeit rum letztes Jahr.

     

    Steffi

  2. gute idee, wobei die meisten Berge eh zu jeder Jahreszeit toll sind :-)
    Ich befürchte allerdings, dass ich es in diesem Jahr nicht mehr schaffe, zu schneereichen Zeiten da hoch zu stapfen, da die nächsten beiden Wochenenden schon ausgebucht sind und dann wohl bald der Schnee weg sein wird. Aber ist auf jeden Fall auch mal ein Winterziel!

     

    Rainer Frank

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